Warum manche Isländer Gammelfisch-Geruch mögen

Asterix-Leser kennen das: Gammeliger Fisch verbreitet einen höllischen Gestank – derart, dass unter den Einwohner des kleinen gallischen Dorfs deswegen regelmäßig Streit ausbricht. Nur der Fischhändler Verleihnix selbst scheint den Gammelfisch-Geruch offenbar nicht zu bemerken. Was im Comic als Running Gag daherkommt, gibt es tatsächlich. Ein isländisches Genforschungsinstitut hat herausgefunden, dass Isländer öfter eine genetische Mutation in sich tragen, die sie unempfindlich für den Gestank von verrottendem Fisch macht. Für die Studie baten die Forscher über 11.000 Versuchsteilnehmer, an verschiedenen Düften zu schnuppern, darunter Zimt, Pfefferminze, Banane, Lakritz – und vergammelten Fisch. Dazu sollten sie die Intensität des Geruchs angeben und wie angenehm er für sie war. Bei einigen erregte die Gammelfisch-Riechprobe keine Abwehr, für manche roch der Fisch sogar angenehm, wie nach Karamell oder Rosen. Nun wurde das Genom der Versuchsteilnehmer unter die Lupe genommen, genauer diejenigen Sequenzen mit den olfaktorischen Genen. Bei den Personen, die den Fischgeruch als neutral oder sogar positiv beschrieben hatten, fand sich eine Veränderung auf dem Geruchsgen namens "Trace amine-associated receptor 5" (TAAR5). Dieses Gen beeinflusst, wie wir Trimethylamin wahrnehmen: eine Substanz, die sich in verrottendem oder fermentiertem Fisch bildet, aber auch in tierischen und menschlichen Körpersekreten wie etwa Schweiß vorkommt. Ein Vergleich von Gendaten aus verschiedenen Ländern zeigte, dass diese Mutation mit 2,2 Prozent in Island besonders häufig vorkommt, gefolgt von Schweden mit 1,7 Prozent. In Südeuropa findet sie sich nur bei 0,8 und in Afrika sogar nur bei 0,2 Prozent der Bevölkerung. Die Hauptautorin der Studie Rósa Gísladóttir vermutet, dass die geographischen Unterschiede im Lauf der Zeit durch Evolution entstanden sein könnten. In Island lebe man schließlich seit Jahrhunderten hauptsächlich von Fisch. „Da war die Mutation vielleicht von Nutzen, um den Gestank von fermentiertem Fisch zu mildern, sodass wir mehr davon essen konnten.“ Bis heute gilt Hákarl, fermentierter Grönlandhai, trotz seines intensiven Geruchs und Geschmacks als Delikatesse in Island. Quelle: Current Biology

Hunde riechen Coronavirus-Infektionen

Den hervorragenden Geruchssinn unserer vierbeinigen Freunde nutzen wir Menschen in vielen Bereichen, unter anderem auch für unsere Gesundheit. Speziell darauf trainierte Hunde können im Schweiß oder in der Atemluft bestimmte Erkrankungen aufspüren, noch bevor die oder der Betroffene selbst etwas ahnt. Hundenasen riechen Krebs, Parkinson, eine Über- oder Unterzuckerung bei Diabetes oder auch einen drohenden Epilepsieanfall – und können uns davor warnen. Was lag da näher auf der Suche nach Möglichkeiten, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, als die Fähigkeit von Spürhunden zu erforschen, auch diese Krankheit zu riechen? In Finnland wurden im Sommer einige Krebs-Spürhunde zu Corona-Spürhunden ausgebildet. Sie werden bereits am Flughafen Helsinki eingesetzt. Reisende können freiwillig mit einem Tuch über ihre Haut streichen und so eine Schweißprobe abgeben. Das Tuch wird in einem separaten Raum dem Hund zum Schnüffeln gegeben. Passagiere, bei denen ein Hund eine Coronavirus-Infektion anzeigt, werden zur Absicherung anschließend zu einem klassischen Coronavirus-Test geschickt. Den Hunden reiche eine viel kleinere Probe, als für medizinische Tests erforderlich sei, teilte der Flughafen mit: „Ein Hund benötigt nur 10 bis 100 Moleküle, um das Virus zu identifizieren, während für Testgeräte 18 Millionen benötigt werden.“ Früh begann auch ein Forscherteam der Tierärztlichen Hochschule Hannover eine Studie zu dem Thema, zunächst mit acht Spürhunden der Bundeswehr. Bereits nach einem einwöchigen Training konnten die Hunde mit einer hohen Trefferquote zwischen Proben SARS-CoV-2-infizierter Menschen und Kontrollproben unterscheiden. Das Team um Professor Holger Volk veröffentlichte im Juli 2020 im Fachmagazin „BMC Infectious Diseases“ eine wissenschaftliche Publikation dazu, die erste weltweit. Sie hielten die Datenlage allerdings noch nicht für ausreichend, um Corona-Spürhunde bereits an Flughäfen einzusetzen. Auch was die Vierbeiner da genau erschnüffeln, ist noch ein Riesenrätsel. Das Virus selbst sondert keinen Duft ab, doch vermutlich verändert es den Geruch der von ihm befallenen menschlichen Zellen. Vielleicht werden in Zukunft Corona-Spürhunde auch bei uns ganz selbstverständlich an Flughäfen und bei Großveranstaltungen eingesetzt, um uns ähnlich wie im Kampf gegen Drogen und Sprengstoffanschläge gegen die Verbreitung von Corona-Infektionen zu helfen. Quellen: dpa, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover

Schwangerschaft verändert die Geruchswahrnehmung

In der Schwangerschaft verändert sich auch die Wahrnehmung von Gerüchen und Geschmäckern. Das ist nicht nur beim Menschen so, sondern auch bei Säugetieren und sogar bei Insekten. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried bei München haben das Phänomen anhand von Fruchtfliegen genauer erforscht. Die Martinsrieder Neurobiologen stellten fest, dass Fruchtfliegenweibchen nach der Paarung Nahrung mit einem höheren Polyamin-Anteil bevorzugen. Polyamine sind Nährstoffe, die der Körper zum Teil selbst bzw. mithilfe von Darmbakterien herstellen kann. Ein Teil der benötigten Polyamine muss jedoch über die Nahrung aufgenommen werden. Mit fortschreitendem Alter wird die Aufnahme von Polyaminen mit der Nahrung immer wichtiger, weil die körpereigene Produktion zurückgeht. Polyamine spielen in unzähligen Zellprozessen eine Rolle, sodass sich eine Polyamin-Unterversorgung negativ auf die Gesundheit, auf kognitive Fähigkeiten, Fortpflanzung und Lebenserwartung auswirken kann. Doch auch zu viele Polyamine können schädlich sein. Die Polyamin-Aufnahme muss daher an die aktuellen Bedürfnisse des Körpers angepasst sein. Die Untersuchungen ergaben, dass die veränderte Anziehungskraft von Polyaminen auf Fliegen vor und nach der Paarung durch einen bestimmten Neuropeptid-Rezeptor, den sogenannten Sex-Peptid-Rezeptor (SPR) ausgelöst wird. Die Forscher konnten zeigen, dass die Konzentration des Rezeptors in den Sinnesorganen von Fliegenweibchen nach der Befruchtung ansteigt. Dadurch wird der Geschmack und Geruch von Polyaminen im Gehirn anders verarbeitet: Befruchtete Fliegenweibchen entscheiden sich dann für polyaminreichere Nahrung. „Es war bekannt, dass der SPR die Eiproduktion in verpaarten Fliegen ankurbelt“, erklärte Ashiq Hussain, einer der beiden Erstautoren der Studie. „Dass der SPR auch die Aktivität der Nervenzellen reguliert, die den Geschmack und Geruch von Polyaminen erkennen, hat uns überrascht.“ In trächtigen Weibchen werden deutlich mehr SPR-Rezeptoren in die Oberflächen ihrer chemosensorischen Nervenzellen eingebaut. Polyamine werden so bereits sehr früh in der Verarbeitungskette von Gerüchen und Geschmäckern verstärkt wahrgenommen. Da Geruch und Geschmack in Insekten und Säugetieren ähnlich verarbeitet werden, könnte ein entsprechender Mechanismus auch bei uns Menschen dafür sorgen, dass das heranwachsende Leben optimal versorgt ist, vermuten die Martinsrieder Neurobiologen. Quelle:Max-Planck-Institut für Neurobiologie Martinsried

Dem Duft der sonnengetrockneten Wäsche auf der Spur

Warum an der Sonne getrocknete Wäsche so gut riecht, wollte eine italienische Chemie-Studentin an der Universität Kopenhagen herausfinden. Es war wohl die Erinnerung an einen typischen Geruch ihrer Kindheit, der Silvia Pugliese zum Thema ihrer Master-Arbeit inspiriert hatte. Ihre Mutter habe die Wäsche früher immer an der Leine in der Sonne getrocknet, erklärte sie einer Journalistin der New York Times. Und sie mache es ebenso, wenn irgend möglich. Denn nichts sonst verleihe der Wäsche einen so unvergleichlich frischen und herrlichen Duft wie das bloße Trocknen an der Sonne. Gemeinsam mit zwei Mitstudenten besorgte sie für ihre Studie zunächst einen Stoß Baumwoll-Handtücher. Sie wuschen die Handtücher dreimal nacheinander in purem Wasser, dann hängten sie die Tücher zum Trocknen auf Wäscheleinen: einige davon in einem dunklen, ungenutzten Büro, die anderen draußen auf einem Balkon im fünften Stock des Universitätsgebäudes – zum Teil in der Sonne, zum Teil im Schatten hinter einer Plastik-Markise verborgen. Sobald die Handtücher trocken waren, verpackten sie die Wäsche luftdicht in Plastiktüten, um die Ausdünstungen der Tücher anschließend im Labor auf ihre chemischen Bestandteile hin analysieren zu können. Nur auf den sonnengetrockneten Tüchern fanden sie bestimmte Aldehyde und Ketone – chemische Stoffe, die auch in den ätherischen Ölen vieler Pflanzen zu finden und für deren Duft charakteristisch sind: Pentanal zum Beispiel, das nach Kardamom riecht, Octanal, das für Zitrus-Aromen typisch ist, und Nonanal, das in rosenartigen Düften vorkommt. Weder auf den im Büro noch auf den an der frischen Luft im Schatten getrockneten Handtüchern waren diese Stoffe zu finden. Warum das so ist, darüber können die jungen Wissenschaftler bisher nur Hypothesen aufstellen: „Vielleicht hat es etwas mit dem Ozon in der Luft zu tun, das zusammen mit den UV-Strahlen der Sonne und den Wassermolekülen in den feuchten Baumwolltüchern zur Bildung der Aldehyde und Ketone führte“, vermutet Silvia Pugliese. Oxidative photochemische Prozesse auf der Oberfläche der trocknenden Baumwollfasern könnten flüchtige organische Bestandteile wie Kohlenwasserstoffe aus der Atmosphäre unter Einfluss von UV-Licht in die Duftstoffe verwandelt haben. Quellen: Environmental Chemistry 17(5): 355–363; The New York Times v. 29.05.2020

Natürlicher Ambra-Duft aus dem Labor

Die Parfümindustrie weltweit dürfte bei dieser Meldung hellhörig geworden sein: Einem österreichischen Forschungsteam ist es gelungen, Ambrein, den Vorläuferstoff von Ambra, biosynthetisch herzustellen. Ambra – auch Amber, Ambrox oder Ambergris genannt – ist eine grau-weißliche, wachsartige Substanz, die ursprünglich aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen stammt. Sie gilt als seltenster Duftstoff tierischen Ursprungs. Ein Kilogramm ist bis zu 50.000 Euro wert. Ambra besitzt ein ganz spezielles Aroma, das als aphrodisierend, holzig und balsamisch beschrieben wird, und hat außerdem die Fähigkeit, alle Düfte zu verstärken und länger haltbar zu machen. Das macht ihn für die Parfumherstellung so wertvoll. Schon seit den späten 1930er Jahren wird versucht, den Duftstoff synthetisch nachzubauen. Auch nachdem der Handel mit Pottwalprodukten aufgrund des Washingtoner Artenschutzabkommens verboten wurde, blieb die Nachfrage vonseiten der Parfümindustrie unverändert bestehen. Die chemische Zusammensetzung von Ambra ist zwar mittlerweile gut erforscht. Dennoch erreichten künstliche Versionen bisher nicht die Qualität – das komplexe und reichhaltige Duftspektrum – des natürlichen Ambra-Dufts. Deshalb wird in besonders hochwertigen Luxus-Parfums nach wie vor gerne darauf zurückgegriffen. Die bisherigen chemischen Synthesewege verwenden meist aus Pflanzen gewonnene Diterpenoide als Ausgangsstoffe, wie etwa Sclareol aus Salvia sclarea, dem Muskatellersalbei. Sie sind jedoch aufwändig, ineffizient, teuer und benötigen den Einsatz umweltschädlicher Chemikalien. Anders das neue biosynthetische Verfahren: Dabei wird Ambrein, der natürliche Vorläuferstoff von Ambra, biosynthetisch mithilfe der Hefe Pichia pastoris hergestellt. „Das bedeutet, dass wir zum ersten Mal das gesamte Duftspektrum, wie es auch im Pottwal natürlich vorkommt, abbilden können“, erklärt Harald Pichler, Professor am Institut für Molekulare Biotechnologie an der TU Graz, einer der beteiligten Forscher. Damit ist es möglich, Ambra-Duft künftig in bisher unerreichter Qualität, preisgünstig und in größeren Mengen im Labor herzustellen. Das Verfahren ist zum Patent angemeldet und soll schon bald industriell vermarktet werden. Quelle: TU Graz, acib

Riesenratten mit Superspürnasen

Die afrikanische Riesenhamsterratte oder Gambia-Ratte verfügt wie alle Ratten über einen extrem guten Geruchssinn. Zugleich ist sie außerordentlich intelligent und lernfähig. Die belgische Non-Profit-Organisation „Apopo“ kam deshalb schon vor Jahren auf die Idee, sie zum Aufspüren von Minen einzusetzen. Die „Apopo“-Mitarbeiter nannten ihre Spür-Ratten „Hero Rats“. Es sind wirklich kleine Helden, denn sie retten Menschenleben. Gezüchtet und trainiert werden die „Hero Rats“ an der Sokoine Universität im ostafrikanischen Tansania. Gegenüber Hunden haben die Ratten bei der Minensuche einige Vorteile. Sie lösen durch ihr geringes Gewicht keine Tretminen aus, brauchen weniger Futter und lernen sehr schnell. Schon nach einer dreimonatigen Dressur weisen sie eine 50-mal höhere Treffsicherheit als Metalldetektoren auf. Ihre ersten Minenräum-Einsätze absolvierten die „Hero Rats“ 2003 in Mosambik. Das ehemalige Bürgerkriegsland gilt inzwischen als frei von den gefährlichen Landminen. Auch in Angola, Kambodscha und Thailand kamen und kommen die Minensuch-Ratten zum Einsatz. Inzwischen haben die „Hero Rats“ ein weiteres Aufgabenfeld hinzubekommen: Sie werden auch zu Tuberkulose-Spürratten ausgebildet. Die Ratten können Tuberkelbazillen in Sputum-Proben, also im ausgehusteten Schleim von Patienten, erriechen. TBC-Erreger produzieren flüchtige Verbindungen, die von den Tieren als Duftstoffe erkannt werden. In Zusammenarbeit mit „Apopo“ versucht Prof. Dr. Stefan Schulz von der TU Braunschweig herauszufinden, anhand welcher chemischen Duftstoff-Verbindungen die Ratten die Tuberkulose riechen. Vielleicht lassen sich sogar verschiedene Stämme von Tuberkulosebakterien und auch verschiedene Krankheitsstadien an ihrem Duft unterscheiden. Tuberkulose ist immer noch ein großes Problem in vielen Ländern, besonders wenn die Krankheit unerkannt und unbehandelt bleibt. Weltweit starben 2017 etwa 1,6 Millionen Menschen daran. In den ärmeren Regionen Afrikas wird vermutlich nur die Hälfte der auftretenden TBC-Fälle erkannt. Das liegt vor allem an der schlechten Gesundheitsversorgung: Kliniken sind unterfinanziert, es mangelt an geschultem Personal, die Diagnosemöglichkeiten sind begrenzt. Eine Ratte kann hundert Proben in weniger als zwanzig Minuten überprüfen. Ein Laborant oder eine Laborantin bräuchte dafür bis zu vier Tage. Dank der „Hero Rats“ konnten die Erkennungsraten in den beteiligten Kliniken um 40 Prozent erhöht werden. Übers Internet kann man übrigens auch Patenschaften für die „Hero Rats“ übernehmen und so die Arbeit der gemeinnützigen Organisation auf Spendenbasis unterstützen. Quelle: TU Braunschweig, FORUM 55

Aromatherapie für depressive Senioren

Die Veronika-Carstens-Stiftung hat kürzlich über eine chinesische Studie berichtet, in der man Aromaöl-Massagen und Inhalationen direkt miteinander verglichen und darüber hinaus überprüft hat, ob auch nach Behandlungsende ein Langzeiteffekt festzustellen ist. Für die Studie wurden Senioren mit Depressionen einer von drei Gruppen zugeteilt: Die erste erhielt Aromatherapie-Massagen, die zweite Aromatherapie-Inhalationen, die dritte keine Behandlung. Verwendet wurde eine Mischung aus Lavendel-, Orangen- und Bergamottenöl (2:1:1). Für die Massage wurde davon ein Tropfen in Mandelöl gegeben und die Mischung in Hände, Arme, Schultern, Nacken und Kopf einmassiert. Für die Inhalation wurde ein Tropfen Aromaöl in Wasser gegeben und über einen Vernebler im Raum verteilt. Die aromatherapeutischen Anwendungen fanden über acht Wochen zweimal wöchentlich für 30 Minuten statt. Zu Beginn der Studie, nach der achtwöchigen Behandlungsphase sowie weitere sechs und zehn Wochen danach wurde die Depressivität der Patienten mithilfe zweier Fragebögen erhoben. Darüber hinaus wurde der Serotoningehalt im Blut der Patienten bestimmt, da Depressionen häufig mit einem Serotoninmangel einhergehen. Das Ergebnis: In beiden Aromatherapie-Gruppen verbesserte sich die Stimmung der Patienten durch die jeweilige Behandlung signifikant und blieb auch noch sechs und zehn Wochen nach Behandlungsende in etwa auf demselben Niveau. In der Massagegruppe wurden zwar etwas bessere Werte erreicht, der Unterschied zur Inhalationsgruppe war jedoch zu gering, um statistisch signifikant zu sein. Die Serotoninwerte lagen nach der Behandlungsphase in beiden Gruppen tendenziell höher als zu Studienbeginn, jedoch auch hier ohne ausreichende statistische Signifikanz. In der Kontrollgruppe dagegen waren die Serotoninwerte nach acht Wochen etwas schlechter als zu Beginn. Die Veronika-Carstens-Stiftung merkt dazu an: „Aus ökonomischer Sicht könnte also eine Inhalationstherapie als vollkommen ausreichend betrachtet werden.“ Denn sowohl die Verträglichkeit der beiden Anwendungsformen als auch deren Wirksamkeit seien ähnlich gut. Die Stiftung plädiert jedoch dafür, die „Bedeutung therapeutischer Berührungen in der Behandlung älterer Menschen“ nicht zu unterschätzen, d. h. Aromaöl-Massagen bevorzugt anzuwenden. Quelle: carstens-stiftung.de

Plastikmüll duftet für Meeresvögel tödlich

Früher glaubte man ja, dass Vögel keinen Geruchssinn besitzen. Vermutlich, weil ihre winzigen Nasenöffnungen am Schnabelansatz kaum sichtbar sind. Inzwischen haben Biologen herausgefunden, dass es große Unterschiede zwischen einzelnen Vogelarten gibt, was das Riechen angeht. Vögel nutzen ihren Geruchssinn ähnlich wie Säugetiere, um sich zu orientieren, Nahrung zu finden oder sich gegenseitig zu erkennen. Brieftauben zum Beispiel merken sich Düfte aus der Umgebung ihres Taubenschlags und finden so auch wieder dorthin zurück. Aasfresser wie Geiervögel und auch viele Wasservogelarten brauchen ihren Geruchssinn vor allem für die Nahrungssuche. Meeresvögeln wird das inzwischen leider immer öfter zum tödlichen Verhängnis. Sie jagen auf offener See nach Beute – kleinen Fischen, Tintenfischen und Krebstieren. Lange Zeit war unklar, warum etwa Albatrosse und Sturmvögel im Meer treibende Plastikteile fressen, an denen sie dann verenden. Inzwischen weiß man: Es liegt am Geruch, den der Plastikmüll verströmt. Das im Wasser schwimmende Plastik wird mit der Zeit von Algen besiedelt. Diese sondern beim Absterben Dimethylsulfid ab, eine faulig riechende, schwefelartige Verbindung. Weil die natürlichen Beutetiere der Vögel sich von Algen und anderem Meeresplankton ernähren, verströmen auch sie den Geruch von Dimethylsulfid. Der Plastikmüll riecht daher für die Vögel wie ihre potenzielle Beute – und landet unbesehen in deren Mägen. Quellen: Max-Planck-Institut für Ornithologie

„Liebespfad“ im Botanischen Garten

Welche Bedeutung haben Pflanzen für unser Liebesleben? Als erstes denkt man da natürlich an den Strauß roter Rosen, der nicht nur zum Valentinstag gerne als Zeichen der Liebe überreicht wird. Doch Pflanzen haben noch viel mehr Einfluss auf das menschliche Liebesleben. Das zeigt der neu eröffnete „Liebespfad“ im Botanischen Garten der Universität Leipzig. Entlang von 17 Stationen ist hier viel Interessantes über die vielfältigen Einflüsse von Pflanzen und pflanzlichen Inhaltsstoff en zu erfahren: in der Partnerwerbung ebenso wie auf die Fruchtbarkeit und Libido von Mann und Frau, auf Schwangerschaft, Geburt oder Stillen ebenso wie zur Verhütung. Da sind zunächst einmal die vielen Pflanzendüfte, die von der Parfümindustrie als Duftstoff e genutzt werden. Denn wir verlassen uns nicht allein auf unsere eigenen Pheromone, um anziehend auf mögliche Sexualpartner zu wirken. Wir helfen gerne mit angenehmen Pflanzendüften nach, um die Nase des Partners zu gewinnen. Von den Pflanzen werden die intensiv duftenden ätherischen Öle eigentlich als Abwehr gegen Fressfeinde produziert. Sie kommen gehäuft in den Familien der Lippenblütler, Korbblütler, Ölbaumgewächse, Rosengewächse oder bei ursprünglichen Bedecktsamern (Magnolien, Zimt) vor, so ist aus einer Broschüre zum „Liebespfad“ zu erfahren. Die Parfümindustrie nutzt kommerziell allein über 120 verschiedene ätherische Öle pflanzlicher Herkunft und profitiert so massiv von der pflanzlichen Biodiversität. Dann geht es natürlich auch um die – vermeintlich oder tatsächlich – aphrodisierende Wirkung von Pflanzen. Die Vielfalt der Aphrodisiaka ist recht groß und reicht von Gewürzen wie Muskatnuss und Zimt über Genussmittel wie Kaffee, Kakao und Tee bis hin zu Drogen wie Kokain und den Pejotl-Kaktus. Aber auch ganz „normale“ Lebensmittel wie Ananas, Kokosnuss und Spargel sollen angeblich die Lust steigern können. Die meisten Stationen des Liebespfads befinden sich auf dem Außengelände des Botanischen Gartens, wo der Eintritt kostenlos ist. Die Stationen in den Gewächshäusern sind nur gegen vier Euro Eintritt zugänglich. Eine Broschüre, die am Eingang zu den Gewächshäusern erhältlich ist, bietet zusätzliche Anekdoten und Informationen zum Thema. Quelle: Universität Leipzig, 2018

Der Duft des Westpakets

"Der Geruch von Kaffee, Orangen, Seife, Schokolade, der einem beim Öffnen des Pakets entgegenschlug!“ So lautet häufig die Antwort ehemaliger DDR-Bürger, wenn man sie danach fragt, was ihnen zu einem Gegenstand einfällt, den es heute nur noch als schöne Erinnerung gibt: das Westpaket. Jährlich rund 25 Millionen Pakete mit begehrten, weil im Osten schwer erhältlichen und für den Westen typischen Produkten gingen zwischen 1949 und 1989 per Post auf die Reise über die innerdeutsche Grenze. Der Duft des Westpakets war für die DDR-Bürger einmal so etwas wie der „Duft der großen weiten Welt“, die ihnen verwehrt blieb. Denn in den Westen zu reisen war den meisten Menschen nicht erlaubt. Mit dem Fall der Mauer und der deutschen Einheit vor 30 Jahren sind die Westpakete verschwunden. In ihrem Dokumentarfilm „Der Duft des Westpakets“ begeben sich die Regisseurinnen Maja Stieghorst und Brit-Jeannette Grundel auf eine spannende olfaktorische Reise in die Vergangenheit. Sie nähern sich dem „Phänomen Westpaket“, indem sie Menschen aus dem Osten erzählen lassen, wie die Westpakete damals gerochen haben. Jedes dieser Pakete brachte für die Empfänger unverkennbare und bis heute unvergessliche Düfte. Passend dazu zitieren die beiden Filmemacherinnen den sogenannten „Proust-Effekt“ mit dem Satz: „Ein kleiner duftender Lufthauch genügt, um den Menschen in jahrzehntealte Erinnerungen zurückzuversetzen.“ Der französische Schriftsteller Marcel Proust hatte in seinem berühmten Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ das Phänomen beschrieben, dass Gerüche ganz spontan Erinnerungen und dazugehörige Emotionen auslösen können. Der 2018 fertiggestellte Film zum „Erinnern, Erfahren, Erleben und Riechen“ läuft vor allem in ostdeutschen Kinos. Während der Vorführung wird dezent ein Westpaket-Duft versprüht, den ein Dresdner Parfümeur eigens dafür entwickelt hat. Auch im August-Horch-Museum in Zwickau liegt Westpaket-Duft in der Luft. Er ist für die Ausstellung „Alltag in der DDR“ von dem Zwickauer Jens Reißmann kreiert worden. Der Duftentwickler verwendete einen Aromamix aus acht verschiedenen Gerüchen, unter denen neben Kaffee und Schokolade auch Kaugummi und ein bestimmter Weichspülerduft sein mussten – so rochen seinen Erinnerungen an die Pakete aus dem Westen. Und ein findiger Thüringer bietet „Westpaket-Duft“ sogar als Saunaaufguss und Duschmittel an – für DDR-Nostalgiker, die sich in der Sauna an alte Zeiten erinnern möchten. Quelle: DDR-Museums-Blog, MDR, 2019

Minz-Duft hemmt Unkräuter

Pflanzen konkurrieren untereinander um Bodenfläche, Licht, Nährstoffe und Wasser. Manchen Arten, etwa dem Walnussbaum, aber auch Bärlauch und Minze gelingt es erfolgreich, andere Pflanzen in ihrem Umfeld zu verdrängen, indem sie chemische Signale aussenden, die deren Wachstum hemmen. Allelopathie nennen Fachleute diese Art der chemischen Kriegsführung. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) haben anhand von Minze-Pflanzen genauer untersucht, wie dieser Effekt zustande kommt. „Wir sind mit offenem Blick durch die Natur gegangen und haben uns gefragt, ob es sein könnte, dass es einen Zusammenhang zwischen dem starken Wuchern von Minzen und ihrem ausgeprägten Duft gibt, der bei jeder Minze-Sorte unterschiedlich ist“, erläuterte Peter Nick, Professor für Molekulare Zellbiologie am Botanischen Institut des KIT, den Forschungsansatz. Es handele sich bei den ausgesandten chemischen Signalen nicht um giftige Substanzen, sondern „um eine biologische Kommunikation, die bei konkurrierenden Nachbarpflanzen einen selbstgesteuerten Zelltod auslöst“. Diesen Mechanismus möchten die Forscher nun nutzen, um neuartige und umweltfreundliche Bioherbizide zu entwickeln, deren Wirkung spezifisch für eine jeweilige Unkrautart ist, ohne die Nutzpflanzen und andere Lebewesen zu beeinträchtigen.Unkräuter sind einer der Hauptgründe für Ernteverluste. Doch konventionelle Herbizide stellen eine ökologische Belastung dar und sind giftig für Menschen und Tiere; die Unkräuter werden zudem schnell resistent dagegen. Die Entwicklung neuer Bioherbizide – umweltfreundlicher Mittel gegen Unkräuter – ist deshalb eine große Herausforderung für die Forschung. Am Botanischen Institut des KIT hat man die ätherischen Öle verschiedener Minzen extrahiert, einzelne bioaktive Komponenten mit molekularen Markern versehen und ihre Signalwirkung auf andere Pflanzen untersucht und festgestellt: Vor allem das in ätherischem Minzöl enthaltene Menthon hat Potenzial als Bioherbizid. Menthon aktiviert bei konkurrierenden Pflanzen einen Prozess, durch den sich die Mikrotubili – das sind feinverzweigte, röhrenförmige Eiweißstrukturen in den Pflanzenzellen – selbst zerstören. „Es zeigte sich, dass Menthon besonders gegen das auf Bergweiden vorkommende Unkraut Ampfer wirksam ist“, stellte der Biologe Dr. Mohammed Sarheed fest. Er fand auch heraus, dass das ätherische Öl der Pferdeminze hochwirksam gegen die Ackerwinde ist – den dafür ursächlichen Stoff konnte er hier noch nicht identifizieren. Sarheeds Untersuchungen am KIT ergaben zudem, dass Menthon im Labor auch das Wachstum von menschlichen Krebszellen hemmt. Vielleicht ließe sich daraus also auch ein Krebstherapeutikum gewinnen. Quelle: Karlsruher Institut für Technologie

Forschungsziel „Geruchsbrille“

Wissenschaft kann faszinierend sein, gerade wenn es um weniger beachtete Forschungsgebiete geht. Dazu zählt auch unser Geruchssinn, der von der Wissenschaft lange Zeit vernachlässigt wurde. Im „Campus der Sinne“ Erlangen haben sich Wissenschaftler zusammengeschlossen, um interdisziplinär die menschlichen Sinne und vor allem den Geruchs- und Geschmackssinn zu erforschen. Ihr Ziel ist unter anderem, unsere „chemischen“ Sinne, das Riechen und Schmecken, zu digitalisieren. Technische Hilfsmittel fürs Sehen und Hören – Brillen und Hörgeräte – sind für uns inzwischen selbstverständlich; die ersten optischen Sehhilfen wurden im 13. Jahrhundert in Italien erfunden, und nicht nur der schwerhörige Beethoven nutzte ein Hörrohr. Doch bis heute gibt es keine technischen Hilfsmittel für Menschen, die nur schlecht oder gar nichts riechen können. Es gibt auch keine Tests auf Riechstörungen bei Kindern, wie sie fürs Sehen und Hören selbstverständlich sind. Und es gibt keine ausgereiften technischen Systeme, die das Schmecken oder Riechen imitieren – ähnlich wie Kameras und Mikrofone das Sehen und Hören. Die auf Aromaforschung spezialisierte Lebensmittelchemikerin Prof. Dr. Andrea Büttner ist in der Leitung des Forschungscampus. Sie befasst sich schon seit Längerem mit der maschinellen Erfassung und Interpretation menschlicher Sinneswahrnehmungen und deren Transformation ins Digitale. Eines ihrer Forschungsziele sind technische Assistenzsysteme für Menschen, die ihren Geruchssinn durch Krankheiten – wie aktuell Covid-19 – verloren haben. Eine Art „Geruchsbrille“ für die Nase also, ähnlich wie die Brille auf der Nase für die Augen bzw. das Hörgerät für die Ohren. Sie könnte Menschen mit Riechstörungen helfen, auf mögliche Gefahren und Risiken besser zu reagieren. Denn diese nehmen auch Alarmsignale wie Brandgeruch und Schimmel- oder Fäulnisgeruch bei verdorbenen Lebensmitteln nicht wahr. Quelle: www.campus-der-sinne.fraunhofer.de

Klimafreundlichere Kühe dank Nelken- und Korianderöl

Ein spezieller Futterzusatz, in dem unter anderem ätherische Öle wie Nelken- und Korianderöl enthalten sind, könnte den Methanausstoß im Kuhstall verringern. Denn nicht nur zu viele Autos, auch zu viele Kühe, die während des Verdauungsvorgangs Methan ausstoßen, können dem Klima schaden. 300 bis 500 Liter Methan (CH4) können beim Wiederkäuen täglich aus dem Maul einer Kuh entweichen. Damit würde eine Kuh jährlich in etwa so viel klimaschädliches Gas ausstoßen wie ein Mittelklassewagen. Das Methan entsteht bei der Verdauung im Pansen der Tiere durch methanogene Archaeen – das sind methanbildende Bakterien, die im Pansen von Wiederkäuern vorkommen. Ob es Futterzusätze gibt, die sich als „Rülps-Stopper für Kühe“ eignen, versucht das Landwirtschaftliche Zentrum Baden-Württemberg im oberschwäbischen Aulendorf herauszufinden. Getestet wird unter anderem auch die Zugabe von Nelken- und Korianderöl ins Futter. Denn diese ätherischen Öle, das haben erste Versuche gezeigt, können die Methanbildung im Pansen einschränken. Durch den Futterzusatz könnte der Methanausstoß im Kuhstall um zehn bis 30 Prozent verringert werden. Quelle: SWR Landesschau Baden-Württemberg

Baldrianduft hilft beim Wildkatzen-Zählen

Alle Katzen lieben den Duft von Baldrian – auch die extrem scheue und in Deutschland selten gewordene Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris). Um Wildkatzen nachzuweisen, hat sich die sogenannte Baldrian-Lockstockmethode bewährt. Eine ca. 60 Zentimeter lange, angeraute Dachlatte wird im Wald aufgestellt und das obere Ende mit Baldrianextrakt besprüht. Von dem Geruch werden die Tiere vor allem in der Paarungszeit wie magisch angezogen. Sie reiben ihr Fell intensiv an dem Stock und dabei bleiben Haare am rauen Holz hängen. Diese Haarproben werden von Freiwilligen mit einer Pinzette eingesammelt und an das Forschungsinstitut Senckenberg geschickt, wo man die im Haar enthaltene DNA genetisch analysiert. So lässt sich eindeutig nachweisen, ob es sich bei dem Tier, das vom Baldrianduft angelockt wurde, um eine Wildkatze oder um eine verwilderte Hauskatze handelte. Auch Wildtier-Experten können Wildkatzen rein optisch manchmal nur schwer von einer getigerten Hauskatze unterscheiden. Zu ähnlich sind sich beide vom Aussehen her. Haus- und Wildkatzen können sich auch untereinander paaren – und auch die Anzahl solcher „Hybriden“ in einer Wildkatzenpopulation kann mit der Lockstock-Methode und der genetischen Auswertung der daran eingesammelten Haarproben ermittelt werden. Begonnen hat das Wildkatzen-Zählen im Jahr 2007 im Rahmen des BUND-Artenschutzprojekts „Rettungsnetz Wildkatze“. In dessen Rahmen gelangen ehrenamtlichen BUND-Mitarbeitern Hunderte von Wildkatzennachweisen in Deutschland. Mittlerweile befinden sich in der genetischen Datenbank bei Senckenberg etwa 2.000 genetisch erfasste Wildkatzen. Der Dufttrick mit den Baldrian-Lockstöcken hat gezeigt: Es gibt sie noch in Deutschlands Wäldern, die scheuen Wildkatzen – auch wenn sie kaum jemals ein Mensch zu Gesicht bekommt. Für zahlreiche Regionen, wie etwa im Rothaargebirge, in der Rhön, im Nationalpark Kellerwald, im Odenwald und Vogtland sowie in der Steiermark in Österreich sind auf diesem Weg Erstnachweise gelungen.Quelle: BUND-Artenschutzprojekt „Rettungsnetz Wildkatze“

Wie riecht die Zukunft?

„Wie riecht die Zukunft: eher wie Grapefruit, wie Rosenblüten, wie Leder oder wie Heu?“ Mit dieser ungewöhnlichen Fragestellung haben Soziologen in einer Studie, versucht, das Lebensgefühl der Deutschen zu ermitteln. Sie wurde vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und dem Sozialforschungsinstitut infas im Auftrag der Wochenzeitung „Die Zeit“ durchgeführt. Die Idee dahinter: Werden Fragen nicht nur verbal formuliert, sondern mit Sinnesreizen wie etwa Gerüchen verbunden, fallen die Antworten intuitiver aus. Sie verraten dann auch Meinungen und Haltungen der Interviewten, die sonst nicht so leicht erfragt werden könnten. Darum mussten die rund 3000 Testpersonen unter anderem auch an vier ausgewählten Geruchsproben schnuppern, während sie die Fragen der Interviewer beantworteten. Die Umfrage erhielt den Titel „Vermächtnis-Studie“, weil mit ihr auch ermittelt werden sollte, was die Menschen in Deutschland aus ihrem Leben an die künftigen Generationen weitergeben wollen und was nicht, und welche Zukunft sie für ihr Land erwarten. Dazu wurden mehr als 3000 Deutsche zwischen Juli und Oktober 2015 in fast zweistündigen Interviews zu Themen wie Ernährung, Gesundheit, Liebe, Berufsleben und Bildung befragt. Zu der Idee, eine Gruppe von Fragen nicht nur verbal zu formulieren, sondern sie mit Sinnesreizen wie Gerüchen zu verbinden, erklärte Jutta Allmendinger, Präsidentin des WZB und Leiterin der Studie: „Daraus ergeben sich Einblicke, die es bei einer herkömmlichen Befragung nicht gegeben hätte. Die Sinneseindrücke haben die Menschen in eine andere Stimmung versetzt, ihre Antworten intuitiver gemacht.“ So ließen sich ihre Zukunftserwartungen, Ängste und Hoffnungen besser ermitteln und verstehen. Ein Kriterium bei der Auswahl der Geruchsproben für die Studie war: Sie sollten sich deutlich voneinander unterscheiden und möglichst unterschiedliche Assoziationen wecken. Die Wahl fiel schließlich auf die Düfte Grapefruit, Leder, Rose und Heu. Die vier Riechproben riefen in den Interviews sehr unterschiedliche Reaktionen und Antworten hervor. Die Mehrheit wünschte sich etwa, die Zukunft solle für sie nach Rosen- oder Zitrusduft riechen. Die Befragten verbanden mit diesen Düften Begriffe wie Natur, Frische, Freiheit, gute Laune oder Ruhe. Doch auf die Frage, welcher Geruch für sie wohl am besten die Zukunft charakterisiere, die uns vermutlich erwarte, entschieden sich die meisten für die „etwas beißende“, herbe Leder-Riechprobe. Die Befragten dachten dabei an Chemie, Umweltschäden, Altwerden, Aggressionen. Der Heugeruch wurde als eher neutral empfunden und mit Alter, Sachlichkeit und Strenge assoziiert. Quelle: Zeit Wissen 2/2016

Was die Durian zum Stinken bringt

Trotz ihres intensiven Geruchs ist die Durian, auch „Stinkfrucht“ genannt, in Südostasien sehr beliebt. Sie verströmt im reifen Zustand einen penetranten Gestank, der an faule Zwiebeln erinnert und äußerst langanhaltend ist. Das Mitbringen von Durian-Früchten ist daher im öffentlichen Nahverkehr in Singapur sowie in vielen Hotelanlagen in Thailand verboten. Die Frucht des Zibetbaums (Durio zibethinus) hat etwa die Form und Größe eines Rugby-Balls und besitzt eine harte, mit holzigen Stacheln besetzte Schale. Das Fruchtfleisch, das im Inneren die Samen umhüllt, ist cremig-süß und erinnert in Geschmack und Aussehen an Vanillepudding. Es wird daher in vielen südostasiatischen Ländern geschätzt, trotz des penetranten Geruchs, der von den reifen Früchten ausgeht. Für den Gestank der Früchte verantwortlich sind der Geruchsstoff Ethanthiol und davon abgeleitete chemische Verbindungen. Bislang war unklar, auf welchem biochemischen Weg die Pflanze das Ethanthiol bildet. Wissenschaftler an der TU München haben nun herausgefunden, dass die Aminosäure Ethionin die gesuchte Vorläuferverbindung der übel riechenden Substanz ist. Es ist das erste Mal, dass diese seltene Aminosäure in Pflanzen nachgewiesen werden konnte. „Unsere Untersuchungen legen nahe, dass beim Reifen der Früchte ein pflanzeneigenes Enzym den Geruchsstoff aus Ethionin freisetzt“, berichtete die Lebensmittelchemikerin Nadine Fischer. „Hierzu passt auch unsere Beobachtung, dass im Fruchtfleisch nicht nur die Ethionin-Konzentration mit zunehmendem Reifegrad ansteigt, sondern parallel dazu auch die von Ethanthiol. Letzteres erklärt den besonders starken Geruch einer reifen Durian.“ Vielleicht warnt der üble Geruch ja auch vor übermäßigem Konsum der Früchte. Denn Tier- und Zellkulturstudien belegen, dass Ethionin nicht ganz unbedenklich ist. Hochdosiert mit dem Futter aufgenommen, kann die Aminosäure bei Ratten Leberschäden und Leberkrebs verursachen. Eine neuere Untersuchung lässt jedoch annehmen, dass Ethionin in geringen Konzentrationen auch positive immunmodulatorische Eigenschaften besitzen könnte. Quelle: Leibniz-Institut für Lebensmittel-Systembiologie an der TU München

Wie Gerüche bei der Orientierung helfen

Sich anhand von Gerüchen in seiner Umgebung zurechtzufinden, stellt im Tierreich keine Ausnahme dar. Viele Tiere sind wahre Meister darin. Doch auch wir Menschen können es, viel besser als bislang vermutet. Das haben Psychologen an der Universität Gießen in einem Experiment herausgefunden. Sie schickten dafür Versuchspersonen in ein fotorealistisches virtuelles Labyrinth, in dem sie sich nur mithilfe von Gerüchen zurechtfinden konnten. So mussten sie sich zum Beispiel merken, dass sie bei Zitronenduft an einer bestimmten Kreuzung links abbiegen und bei Fischgeruch an einer anderen Stelle geradeaus gehen mussten, um zum Ziel zu kommen. Annähernd 70 Prozent der Richtungsentscheidungen der Testpersonen waren korrekt. Bemerkenswerterweise gelang ihnen die Orientierung auch mit unbekannten Gerüchen, die sie zuvor nicht eindeutig einem bestimmten Stoff, etwa Vanille oder Nagellackentferner, zuordnen konnten. Die Wissenschaftler habe auch eine Erklärung für ihre Befunde: Schon seit längerem ist bekannt, dass Menschen und Tiere im Hippocampus, einer sehr alten Hirnstruktur, sogenannte Kognitive Karten speichern. Diese „inneren Landkarten“ werden auch als inneres Navigationssystem bezeichnet. Sie können mit Landmarken versehen sein, an denen man sich orientieren kann. Auffällige Gebäude etwa oder andere Objekte, aber auch Geräusche wie zum Beispiel Baustellenlärm oder Hundegebell können die Funktion von visuellen oder akustischen Landmarken übernehmen. Auch Gerüche können solche Landmarken sein, meint der an der Studie beteiligte Psychologe Dr. Kai Hamburger. „Wir können Gerüche erinnern, und das hilft uns dabei, unsere Wege zu finden.“ Wir unterschätzen gerne die Bedeutung, die der Geruchssinn auch für uns Menschen hat. Quelle: Universität Gießen

Warum Frauen die feinere Nase haben

Aus vielen Experimenten weiß man, dass Frauen in der Regel eine feinere Nase haben als Männer. Sie nehmen selbst schwache Düfte stärker wahr. Dabei besitzen Frauen und Männer ungefähr die gleiche Menge an Riechrezeptorzellen in der Nasenschleimhaut. Und das Volumen des Riechkolbens, der das primäre Riechzentrum im Gehirn bildet, ist bei Männern sogar größer als bei Frauen. Warum der weibliche Geruchssinn dennoch sensibler zu sein scheint, war lange Zeit ein Rätsel. Der Riechkolben (Bulbus olfactorius), eine flache Ausstülpung des Frontalhirns, liegt oberhalb des knöchernen Siebbeins, durch das hindurch die Riechzellen aus der Nase ihre Signale direkt ins Gehirn weiterleiten. Ein brasilianisches Forscherteam sah ihn sich genauer an und zählte die Zahl der Zellen, die im Riechkolben bei Frauen und bei Männern vorhanden ist. Und siehe da: Die Zelldichte in den weiblichen Riechkolben war sehr viel höher und sie wiesen insgesamt mehr Zellen auf – 16,2 Millionen gegenüber nur 9,2 Millionen in den männlichen Riechkolben. Bei den für die Verarbeitung der Geruchsreize zuständigen Neuronen war der Unterschied sogar noch deutlicher: 6,9 Millionen dieser Nervenzellen zählten sie bei Frauen gegenüber nur 3,5 Millionen bei den Männern – beinahe um die Hälfte weniger. Wieder einmal bestätigt sich damit, was man eigentlich schon lange weiß: Die Größe des Gehirns sagt wenig aus über die Leistungsfähigkeit dieses Organs. Weitaus wichtiger ist die Anzahl der neuronalen Zellen, die es enthält, und deren funktionelle Verknüpfungen. Quelle: Schwabe Phyto-Extrakt, PLOS ONE

"Doping" mit Kaffeeduft

Kaffee gilt als klassischer „Wachmacher“. Das darin enthaltene Koffein wirkt anregend und kann die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit steigern. In einem Experiment fanden Forscher nun heraus, dass allein schon der Duft von Kaffee eine ähnliche Wirkung haben kann – ganz ohne dass man tatsächlich Koffein zu sich nimmt. Dazu ließen die Forscher am Stevens Institute of Technology in Hoboken, USA, 100 Studenten der Wirtschaftswissenschaft einen zehnteiligen Algebra-Test am Computer durchführen. Die eine Hälfte der Probanden saß dabei in einem Raum, in dem Kaffeeduft in der Luft lag. Diese schnitten bei Mathe-Aufgaben deutlich besser ab als ihre Kommilitonen, die in einem Raum mit neutraler Luft arbeiteten. Die Forscher sehen darin einen klassischen Placebo-Effekt des Kaffeedufts. Sie hatten die Studenten davor auch zu verschiedenen Düften und ihrer potenziellen Wirkung auf die Leistung befragt. Die meisten von ihnen waren der Meinung, dass sich Kaffee im Allgemeinen positiv auf ihre geistige Leistungsfähigkeit auswirkt. Durch ihre Erwartungshaltung habe der Kaffeegeruch alleine einen ähnlichen Effekt erzeugt wie eine tatsächlich getrunkene Tasse mit dem duftenden Gebräu. Quelle: Journal of Environmental Psychology, 2018

Duftseife schützt vor Malaria

Joan Nalubega lebt in Uganda, Ostafrika. Als Kind wuchs sie im Waisenhaus auf und litt oft an Malaria. Heute, mit erst 22 Jahren, macht sie als Gründerin eines Unternehmens Schlagzeilen, das mit einer einfachen Seife zum Schutz vor Malariainfektionen beitragen kann. Malaria ist nach wie vor die häufigste und gefährlichste Infektionskrankheit weltweit. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) litten 2017 etwa 219 Millionen Menschen an Malaria, rund 435.000 Menschen starben daran. In Ländern wie Uganda ist Malaria bei Kindern unter fünf Jahren die häufigste Todesursache. Ihre eigenen Erfahrungen mit der durch Mücken übertragbaren Malaria brachten Joan Nalubega auf die Idee, eine Mückenschutz-Seife zu entwickeln. Teure Mückensprays und -lotionen können sich gerade arme Menschen auf dem Land oft nicht leisten. Es musste etwas sein, das einfach anwendbar und günstig war. Die mit Chemiestudenten entwickelte Rezeptur für ihre rein pflanzliche Seife enthält vor allem Zitronengrasöl, dessen Duft mückenabschreckend wirkt, sowie andere ätherische und pflanzliche Öle. Für die Seifenherstellung gründete die junge Frau das Startup-Unternehmen „Uganics“. Sie suchte nach Müttern auf dem Land, die für sie die notwendigen Pflanzen anbauen und die Öle für die Seife gewinnen können. So entstand ein soziales Unternehmen mit Arbeitsplätzen vor allem für Frauen. Ihr Ziel ist es, 300 Arbeitsplätze für Frauen in ländlichen Gemeinden zu schaffen, sowie zusätzlich 50 Stellen für Jugendliche in der Seifenherstellung. Die Seifen werden auch in Hotels und an Touristen in der Hauptstadt Kampala verkauft, zu einem etwas höheren Preis. Deshalb können sie an bedürftige Familien auf dem Land besonders günstig abgegeben werden. Die mückenabschreckende Wirkung der Seife hält bis zu sechs Stunden an. Nach Sonnenuntergang steigt die Gefahr, von Mücken gestochen zu werden. Wird die Duftseife gegen Abend zum Baden oder Waschen verwendet, kann sie in den Stunden vor dem Schlafengehen vor Stichen schützen. Nachts schützen Moskitonetze über dem Bett vor Insektenstichen. Auch Kleidung und Bettwäsche können mit der Seife gewaschen werden. FORUM 54.

Die Mischung macht's

Der Geruchssinn gibt Forschern nach wie vor zahlreiche Rätsel auf. So könnte man meinen, dass es schwieriger sein müsste, komplexe, aus mehreren chemischen Stoffen zusammengesetzte Düfte zu erkennen als Einzelstoffe. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Wissenschaftler an der Universität Konstanz untersuchten im Rahmen eines internationalen Teams, wie Geruchsrezeptoren und Gehirnstrukturen auf Duftmischungen und einzelne Duftstoffe reagieren. Sie erstellten dafür zunächst ein mathematisches Modell für die Geruchsverarbeitung und überprüften dieses anhand des Geruchsverarbeitungssystems bei Fruchtfliegen und Honigbienen. Dabei stellte sich heraus, dass deren Geruchsrezeptoren komplexe Geruchsmischungen schneller, zuverlässiger und über einen weiteren Konzentrationsbereich erkennen können, als dies für Einzelgerüche möglich ist. Das macht aus evolutionärer Sicht Sinn, denn die meisten in der Natur vorkommenden Gerüche sind eine komplexe Mischung aus Einzelstoffen. Das Geruchsverarbeitungssystem ist daher nicht darauf ausgelegt, die Unterscheidung reiner Duftbestandteile durchzuführen. Es ist sinnvoll, dass der Geruchssinn gemischte Gerüche besser wahrnehmen kann, etwa bei der Nahrungssuche. Ähnlich ist es, wenn Tiere Duftmischungen als Kommunikationsmittel in Form von Pheromonen nutzen. Für sie ist es wichtig, dass sie diese chemischen Signale schnell und korrekt identifizieren, um die dazugehörige Nachricht zu entschlüsseln. Die neuen Erkenntnisse könnten die Forschung zum Geruchssinn, die sich bislang auf einzelne Stoffe konzentriert hat, grundlegend verändern. Sie erweitern nicht nur das Verständnis der Geruchsverarbeitung, sondern können eventuell auch auf Mechanismen der Informationsübertragung im Körper angewandt werden, z. B. auf die Erkennung von Chemikalien durch Zellen. Die Forscher wollen nun als Nächstes untersuchen, wie die Verarbeitung von Geruchsinformationen durch die Geruchsrezeptoren erfolgt, noch bevor das Gehirn diese Informationen verarbeitet und Gerüche voneinander unterscheiden hilft. Quelle: Universität Konstanz, 2019

Was Hundenasen erschnüffeln

Was Hunde so alles erschnüffeln können, ist wirklich erstaunlich. Um eine ganz bestimmte Geruchsspur unter vielen anderen herauszufinden, müssen die Tiere jedoch erst darauf trainiert werden. Geruchsdifferenzierung nennt man das – und es gibt dafür einen eigenen Fachbegriff: Die „Odorologie“ beschäftigt sich damit, wie der Geruchssinn von Hunden für ganz bestimmte Aufgaben eingesetzt werden kann. Schon seit Jahrzehnten helfen speziell ausgebildete Suchhunde Polizei, Zollfahndern und Rettungsdiensten, um Drogen, Sprengstoff und durch Lawinenunglücke und Erdbeben verschüttete Menschen aufzuspüren. Beim Mantrailing suchen speziell ausgebildete Polizeihunde mittels einer einmaligen Geruchsspur genau nach dem Menschen, zu dem diese passt. Mantrailer-Hunde werden darauf trainiert, die Fährte einer ganz bestimmten Person zu verfolgen. Leipziger Forscher konnten kürzlich nachweisen, dass Hunde sogar die DANN eines Menschen erriechen können: Neben Speichel diente ihnen isolierte DNA aus Blut, um eine individuelle Geruchsspur zu identifizieren. Die feine Nase von Hunden kommt immer öfter auch in anderen Bereichen zum Einsatz. So gibt es am Frankfurter Flughafen – als erstem in Europa – neuerdings Bettwanzen-Spürhunde. Die kleinen Blutsauger kommen im Gepäck Reisender vor allem aus Südamerika und Asien zu uns. Sie werden vor allem in Hotels immer mehr zum Problem. Kammerjäger arbeiten in Amerika schon länger mit ausgebildeten Bettwanzen-Spürhunden, und inzwischen werden diese Hunde auch bei uns eingesetzt. Auch im Umwelt- und Tierschutz helfen Hunde mit ihren feinen Nasen. Hier einige Beispiele: * Förster in Österreich und Deutschland gehen mit speziell dafür ausgebildeten Hunden auf Käfersuche, um den aus Asien eingeschleppten Laubholzbock ausfindig zu machen und frühzeitig bekämpfen zu können. Der Asiatische Laubholzbock ist einer der gefürchtetsten Laubholzschädlinge. * Ein Terrier spürt in Texas die Gelege der vom Aussterben bedrohten Atlantik-Bastardschildkröte auf. Wildhüter bringen die Eier in einen Brutkasten, wo sie besser geschützt sind und so mehr Tiere überleben als beim Schlüpfen am Strand. * In den USA erschnüffeln sogenannte Artenschutzhunde den Kot von Grizzlybären und helfen so dabei, den Bestand der Tiere zu überwachen. Ein ähnliches Projekt mit Artenschutzhunden gibt es in Sambia, wo die Hunde darauf trainiert sind, den Kot von Geparden zu erschnüffeln. Ein besonders kurioser Fall ist die siebenjährige Schafpudel-Dame Arwen aus Berlin. Sie wurde von ihrer Besitzerin, einer Berliner Hundetrainerin, zum Ambrosia-Suchhund ausgebildet. Ambrosia ist eine Pflanze, die heftige allergische Reaktionen auslösen kann. Das bei uns ursprünglich nicht heimische Kraut wurde vermutlich mit Getreide und Vogelfutter aus den USA eingeschleppt und verbreitet sich nun immer mehr. Arwens Suchnase hilft dabei, die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen. Quelle: Arbeitsgemeinschaft Odorologie, idw, 2019